BEITRÄGE

hu-ma bei dem Congress for Integrative Health and Medicine in Stuttgart

In Stuttgart trafen sich vom 9. – 11. Juni 2016 Gesundheitsexperten aus aller Welt, um über das Thema der Integrativen Medizin zu konferieren. Dabei ginge es um Grundsatzfragen wie, „was bedeutet Integrative Medizin?“, wo bestehen Anwendungsfeldern und Umsetzungsmöglichkeiten in der Praxis. Eine Reihe von hoch qualifizierten Referenten sprachen über Integrative Medizin, jeder aus einer anderen Sichtweise. Was aus allen Vorträgen deutlich hervorging war der präventive Fokus der Integrativen Medizin, nämlich dass schon vor der Entstehung einer Krankheit angesetzt werden muss und damit nicht nur Mediziner Teil der Integrative Medizin sind, sondern vielmehr all diejenigen, die Einfluss auf die Entstehung oder Beeinträchtigung von Gesundheit haben. Letztendlich betrifft das alle Menschen, doch genannt sei ein Auszug derjenigen, die einen bedeutenden Einfluss auf gesundheitsfördernde Rahmenbedingungen und Strukturen haben: Politiker, Entscheidungsträger, Gesundheitswissenschaftler, Psychologen, Lehrer, Unternehmensführer, Pädagogen, Führungskräfte, und letztendlich Mediziner.

Dr. Ricardo Fabrega, Berater der Pan American Health Organization (PAHO) sprach über eine personenzentrierte Universal Health Care für Bürger der Pan Amerikanischen Staaten, die sowohl komplementäre als auch schulmedizinische Heilverfahren umfasst. Zugang zu schulmedizinischen sowie komplementären Heilverfahren, die in der lateinamerikanischen Kultur verankert sind, allen Bürgern Nicaraguas zu gewähren, war auch Thema Dr. Tabatha Bakers Vortrag. Die Mitbegründerin der Natural Doctors International ist schon seit Jahren in Nicaragua aktiv, wo sie Organisationen bei diesem Vorhaben unterstützt. Bakers betonte, dass eine Kooperation zwischen Regierungsorganen und traditionellen Heilern, wie es sie noch häufig in Zentralamerika gibt, für eine nachhaltige Entwicklung unerlässlich ist. Maritza Romero aus Nicaragua, die mit Bakers kollaboriert, erklärte dass letztendlich jeder die Freiheit besitzt, sich für schulmedizinsche oder komplementäre Verfahren zu entscheiden. Menschen jedoch Möglichkeiten zu geben, ist was zähle.

Wie können schulmedizinsche Verfahren sich mit komplementären Verfahren vereinen und wo ziehen wir die Grenze zwischen diesen beiden Ansätzen? Ist Letzteres überhaupt möglich? Dr. Mimi Guaerneri, selbst Kardiologin, sprach über die Wissenschaft der Beziehungen. Alles ist miteinander verwoben. Jede Form der Beziehung wirkt sich auf unsere Gesundheit aus. Sei es die Verbindung zwischen Mutter, Vater und Kind oder die Beziehung zwischen Ärztin und Patient. Alles steht in Beziehung zueinander, was Guaerneri durch eine Anzahl von empirischen Forschungsstudien aufführte. Neben den sichtbaren Beziehungen, die vor allem durch die verbale Kommunikation geprägt sind, sprach Gauerneri auch über eine Beziehungsebene, die sich nicht nur durch das gesprochene Wort, sondern auch durch elektromagnetische Schwingungen kenntlich macht. Elektromagnetische Schwingungen werden unter anderem durch unsere Gedanken und Herzschwingungen ausgelöst. Interessanterweise geht von unserem Herzen eines der stärksten elektromagnetischen Felder unseres Körpers aus. Das bedeutet, ganz gleich ob wir verbal oder nicht verbal kommunizieren, die Schwingungen unseres Herzens kommunizieren mit unserer Umgebung fortwährend.

Letztendlich braucht es eine Medizin, die auch diese Form der Beziehung und Kommunikation mit in Betracht zieht und in den therapeutischen Prozess mit einfließen lässt. Wie würde beispielsweise eine Medizin aussehen, die neben schulmedizinischen Verfahren ihren Patienten empfiehlt, auf die Kraft des Herzens zu meditieren. Was wäre, wenn eine kurze gemeinsame Meditation, je nach Bedarf und Offenheit des Patienten, sogar zu der Arztsprechstunde gehörte? Eine Medizin, die sich nur pharmazeutischer Arzneimittel bedient wird hoffentlich schon bald eine Medizin der Vergangenheit sein. Der International Congress for Integrative Health and Medicine in Stuttgart lässt zumindest darauf hoffen.

Zur Newsübersicht

Einen Kommentar schreiben

Die Verarbeitung Ihrer Daten erfolgt im Rahmen unserer Datenschutzerklärung.