BEITRÄGE

Volle Kraft voraus mit den richtigen Zielen

Von kleinen und von großen Zielen

Was treibt uns täglich voran? Woher kommt unsere Antriebskraft? Nicht selten ist es ein konkretes Ziel, welches unser Handeln motiviert. Ziele setzen unsere Segel und bestimmen den Kurs unserer Reise. Wohin diese geht, ist letztendlich davon abhängig, welche Form und Gestalt unser Ziel hat, warum uns dieses Ziel wichtig ist, und welche Schwingungen dadurch in uns oszillieren. Denn jedes Ziel hat seine ganz eigene Melodie und seinen ganz eigenen Rhythmus.

Viele kleine Mikroziele beleben unseren Alltag und beziehen sich auf eine ganz konkrete Handlung, die wir relativ schnell und kurzfristig erreichen können. Ein Mikroziel kann zum Beispiel daraus bestehen, zum Kühlschrank zu gehen. Das Ziel und die Vorgehensweise sind ganz klar: aufstehen – einen Fuß vor den anderen setzten - Kühlschrank ansteuern – angekommen – Ziel erreicht. Der Vorgang ist einfach und bedarf keiner tiefgründigen strategischen Überlegung. Nicht selten findet die Zielsetzung unbewusst statt. Insbesondere dann, wenn wir das Ziel oft verfolgen (ein allzu häufiges Dilemma bei ungewünschten Angewohnheiten).

Zwar bestimmen die kleinen Mikroziele unsere Handlung in dem Moment, wo wir sie ausführen. Doch die Federführung kommt von oben: den großen übergreifenden Zielen, die sich auf der anderen Seite des Zielspektrums befinden und die wir hier einfachheitshalber Lebensziele nennen: ein sinnstiftendes Leben führen; Erfolg haben; das Gefühl verbunden zu sein; stressfrei und optimistisch durch den Alltag schreiten; ein/e gute/r Vorgesetzte/r sein. Die Liste geht weiter. Unsere Lebensziele geben unserem Alltag eine Ausrichtung. Auch wenn wir uns dieser Ziele nicht immer bewusst sind, spielen sie auch dann eine zentrale Rolle, wenn wir mit kurzfristigeren Entscheidungsfragen konfrontiert sind: ist mein Rauchverhalten im Einklang mit meinem übergreifenden Ziel, ein gesundes Leben führen zu wollen? Muss ich wirklich die ganze Tüte Chips heute Abend essen? Unser Alltag ist geprägt von Situationen und Entscheidungen, die uns an unsere Lebensziele hin- oder von ihnen wegführen.

Durch eine tägliche Reflexion unserer Lebensziele, können wir abgleichen, ob unser Verhalten im Alltag mit unseren Lebenszielen übereinstimmt. Besteht eine Diskrepanz, können wir unser Verhalten im Alltag und/oder unsere Lebensziele anpassen. Wir gehen in den Prozess, unsere Ziele und unser Leben ganz ehrlich und wahrhaftig zu betrachten.

Eine Lebensführung, die sich gegen unsere Lebensziele stellt, verursacht innerliche Unruhe, Ambivalenz und letztendlich Unentschlossenheit. Stimmen unsere Lebensführung und unsere Alltagshandlungen jedoch mit unseren Lebenszielen überein, entsteht ein Gefühl der Harmonie und des Wohlbefindens. Wir können unsere täglichen Handlungen mit Tatkraft anpacken. Durch ein tägliches Reflektieren können wir fortwährend unsere kleinen Mikroziele und die daraus resultierenden Verhalten im Alltag mit unseren großen Lebenszielen abgleichen und ggf. anpassen.

In der Klarheit liegt die Kraft

Aus klar definierten Zielen, ganz gleich ob kleine Mikroziele im Alltag oder übergreifende Lebensziele, können wir Kraft, Ausdauer und Inspiration schöpfen. Je klarer unsere Ziele, desto definierter unser Kurs. Um nicht in eine Sackgasse zu geraten, denn manchmal kann es schwierig sein, für große übergreifende Ziele genaue Mikroziele auszuarbeiten, gibt es kleine Zwischenschritte. Zum Beispiel kann ich mir das Ziel einer sinnstiftenden Lebensführung setzen. Daraus entsteht die Frage, wie ich eigentlich ein sinnstiftendes Leben definiere und inwiefern ich ein sinnstiftendes Leben in diesem Moment und im Rahmen meiner Möglichkeiten führen kann? Dieses Thema kommt häufig bei Berufs- und Karrierefragen auf: geht es mir darum, mit meinem Beruf viel Geld zu verdienen und/oder möchte ich durch meine Tätigkeit etwas an die Gesellschaft weitergeben? Vielleicht bin ich in einem Arbeitsverhältnis, was ich als nicht sinnstiftend empfinde und mir steht keine Alternative zur Verfügung. Kann ich andere sinnstiftende Aktivitäten in meinem Leben finden, die dazu beitragen mein Leben als solches wahrzunehmen? Manchmal können es kleine Handlungen im Alltag sein, die zu einem großen Effekt führen und uns als Kraftquelle dienen. Wichtig ist die Klarheit. Was ist mein Ziel? Wie komme ich dorthin? Welche kleinen Ziele kann ich mir setzen, um näher an mein Ziel zu gelangen?

Die Arbeit mit Mindmaps ist ein hilfreicher erster Schritt, um Ideen frei entstehen zu lassen. Das Priorisieren und Ordnen der Ziele, fördert eine klare Ausrichtung im Alltag.

Ziele als Spiegel unseres Seelenlebens

Letztendlich sind unsere großen, übergeordneten Ziele ein Spiegel unseres Seelenlebens. Denn Lebensziele, die wir uns setzen, verkörpern auch ein stückweit unsere Werte. Betrachten wir noch einmal das Ziel, ein sinnhaftes Leben führen zu wollen. Nicht selten kommt es vor, dass wir durch eine Reihe von Gründen und Ursachen in ein Arbeitsverhältnis geraten, was wir als beklemmend und einschränkend empfinden. Vielleicht stehen uns die Ressourcen und Möglichkeiten zur Verfügung, in ein anderes Arbeitsverhältnis zu wechseln. Vielleicht können wir auch unseren Lebenstraum erfüllen und endlich unsere künstlerische Tätigkeit zu unserem Verdienst machen. Vielleicht schleppen wir uns aber auch von einem zum nächsten Arbeitsverhältnis und rennen immer wieder gegen die gleiche Wand. Das ist der Moment, wo wir uns fragen können, was wir mit unserem Spielraum und unseren Ressourcen machen. Statt in den äußeren Umständen nach Sinnerfüllung zu suchen, können wir unseren Blick nach Innen wenden und uns fragen, wie wir dem Leben entgegentreten. Jeder Augenblick bietet uns eine Erfahrung von Sinnerfüllung. Jeden Morgen können wir aufs Neue entscheiden wie wir unseren Tag gestalten möchten. Hierfür bietet sich folgende Übung an:

 Halte am Morgen, bevor Du aus dem Bett steigst, für ein paar Momente inne. Sitzend oder liegend. Wiederhole innerlich ein positives Wort oder Satz. Der Satz oder das Wort kann von Dir stammen, es muss aber nicht. Vielleicht inspiriert Dich eine Zeile aus einem Buch, ein Wort aus einem Lied. Wiederhole den Klang der Worte innerlich und nimm die Schwingungen und die Resonanz in Dir war. Gib Dich für ein paar Momente ganz diesem Morgenritual hin. Setz Dir das Ziel, den Klang der Worte den Tag über in Dir nachklingen zu lassen.

Diese Übung ist ein Mikroziel, was uns jeden Tag näher an unser großes Ziel, eine sinnstiftende Lebensführung, bringt. Das Morgenritual ermöglicht es uns, jeden Tag bewusst zu beginnen und uns bewusst zu machen, dass wir die Verantwortung für unser Handeln, Denken und Fühlen tragen. Die meisten Menschen würden Letzterem uneingeschränkt zustimmen. Doch erfordert die Umsetzung Kraft und Stärke. Durch dieses Morgenritual stärken wir diese Kraft des eigenen, mündigen Handelns. Wir übernehmen Verantwortung dafür, wie wir unser Denken und Fühlen steuern, ganz gleich mit welchen Umständen wir konfrontiert sind. Denn letztendlich können wir zwar nicht immer unsere Umstände steuern, doch sind wir der Kapitän unseres Schiffes. In den Worten Aristoteles: „Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen“.

 

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